In Botswana unterwegs 2019 / 2020 

 

20.12.2109 Frankfurt Flughafen 

Freu mich jetzt schon mal auf kurze Hosen und Flipflops. Bin halbwegs gut am Flughafen angekommen, war nur verdammt schlechtes Wetter. Ich glaub, in Zukunft wird es wohl doch verstärkt der ICE. Das war bis auf die 1/2 Stunde Fußmarsch zum Bahnhof und zurück wesentlich entspannter.

Mein Flieger geht 20.45 und morgen sollte ich gegen 13.30 in Kasane sein. Dann wird das Auto übernommen und ich schaffe es hoffentlich noch, alle Einkäufe zu erledigen, damit ich am Sonntag entspannt losfahren kann. 

21.12.2109 Kasane  Senyati Camp

bin mit allem fertig geworden und kann daher morgen ganz entspannt losziehen.

Essen ist erstmal genug gebunkert, dito Bier und Wein.

Zeltaufbau konnte ich auch gleich noch im Dunkeln üben, sieht aber aus als hätte es geklappt. Sitze jetzt in der Bar am Wasserloch und sag erstmal den Elefanten Guten Tag. Das Bier hab ich mir verdient! Hier ist es noch recht zivilisiert, ich habe sogar eine eigene Dusche+Toilette, aber das wird nun jeden Tag etwas weniger.

Bin schon auf morgen gespannt. Das Auto ist nicht mehr ganz so jung, aber manchmal sind die älteren sogar besser.

Während ich hier so sitze, schreibe und​ mein Bier trinke, kommt grade so langsam der African Spirit zu mir. Und grade wieder jede Menge Elefanten.

Muss mir jetzt noch was zu Essen machen und dann ab ins Zelt.

22.12.2019 Muchenje Camp

Muss mich gerade mit der örtlichen Grillkohle arrangieren. Warte jetzt schon gefühlte 2 Stunden auf die richtige Glut für meine Steaks, habe sie jetzt einfach draufgelegt. Scheinbar gilt die afrikanische Ruhe auch für die Kohle.

Hier gibt es jede Menge Elefanten, war aber trotzdem super als ich schon kurz nach dem Sedudu Gate direkt in einer großen Herde stand. Das war schon ganz nah dran an Perfekt! Dann gab es natürlich noch jede Menge Giraffen, Zebras, Impalas ....

Hatte heute auch schon Waschtag. Ein Dieselkanister beschloss aufzugehen...

In der Nacht hörst du vor allem das Brummen der Elefanten.

Das ist aber eher beruhigend!

Heute bin ich in Muchenje und morgen geht es nach Thobolos. Da das nicht so weit ist, fahre ich noch einmal durch den Chobe Park, kann dann in Kasane den Kanister wieder auffüllen und über Asphalt nach Thobolos. Ab da gibt es dann erstmal keine festen Straßen mehr. Bett gibt es in Third Bridge, da habe ich Tented Camp, ja das ist Clamping.

Zu meiner Rettung, es gab nichts anderes mehr!

Die Temperaturen liegen irgendwo bei 35 - 40 Grad,​ ​ ist schon recht warm.

23.12.2019 Thobolos Camp

gut dass ich den Defender zu Hause gelassen hab.

Morgen wird ein harter Tag.

Wenn ich da gut durchkomme, kann ich stolz auf mich sein!

24.12. Mbudi Camp

Bin​ gut​ durchgekommen.

Es​ mussten​ nur​ zwei​ Entscheidungen​ getroffen werden.​

Die​ Erste​ war​ an​ der​ Abzweigung​ kurz​ nach​ dem​ Camp​ rechts abzubiegen​ und​ die​ empfohlene​ Piste fahren​ oder​ aber​ die andere, mit​ "Avoid this​ Road"​ betitelte​ Piste.

Hatte mir​ schon​ fast​ ganz​ fest​ vorgenommen,​ die vernünftigere​ Route​ zu​ fahren,​ "Avoid​ this​ Road"​ sah​ dann​ aber​ doch irgendwie "besser"​ aus, also​ da​ lang!​

War​ sehr​ holprig​ und​ viel​ Tiefsand,​ aber es​ ging.​ Dann​ kamen​ einige​ kleine​ Felskuppen​ und​ ich​ dachte, wenn​ ich später​ (zweite​ Entscheidung)​ vielleicht​ die normale​ Variante​ fahre,​ kann​ ich mir​ ja​ hier​ noch​ etwas​ Spaß gönnen.​

Am​ Goha​ Hill​ war​ ein​ Trail​ bis​ zum Gipfel​ eingezeichnet,​ also​ vorwärts, so​ ein​ Toyota​ kann​ das​ schon.​ Wer​ hätte das​ gedacht,​ mitten​ in​ Botswana​ noch​ eine​ richtige​ Hillclimb​ Tour. Der​ Blick von​ da​ oben​ war​ super!​

 

Die​ zweite​ Entscheidung​ war​ an​ einer​ Gabelung zwischen​ Sandridge​ Road​ und​ Marshroad​ fällig. 

Auch​ da​ wollte​ ich​ eigentlich vernünftig​ sein​ und​ die​ Sandridge Road​ fahren, aber​ es​ hat​ einfach​ zu​ sehr gejuckt.​ Der​ Guide den​ ich​ fragte, ob​ die Marshroad​ möglich​ ist​ sagte​ auch noch,​ nein,​ viel​ zu​ nass!​ Es​ war​ anspruchsvoll,​ aber​ machbar​ und​ die Freude, wenn​ du​ durch​ bist, ist​ unbezahlbar.​ Beim​ Stop​ danach​ musste nur​ die Kühlbox​ ​ wieder​ an​ ihren​ Platz​ gestellt​ und​ die abgerissenen​ Kabel​ geflickt werden​ und​ weiter​ gings. Dann​ gab​ es​ zur​ Belohnung,​ oder​ weil​ Weihnachten ist,​ meinen​ ersten, selbstendeckten​ Löwen.​ Du​ fährst​ und​ kuckst​ und​ auf einmal​ sagst​ du​ dir,​ Moment​ mal, das​ war​ doch​ gerade ein​ Löwe.​ Also Rückwärtsgang​ rein​ und​ siehe da, tatsächlich​ ein​ echter​ Löwe. Dann​ kamen noch​ jede​ Menge​ Elefanten,​ Zebras,​ Gnus​ und​ natürlich​ Giraffen.​

Es​ war genial!​

Das​ erste Fullsize​ Hippo​ kam​ auch​ noch​ angetrabt,​ mehr​ geht​ kaum.

25.12.2019 Mbudi Camp

Dachte​ im​ ersten​ Moment,​ dass​ es​ heute​ langweilig​ werden​ könnte,​ weit gefehlt.​

Hab​ den​ Tag​ zwar​ etwas​ langsamer​ angehen​ lassen,​ da​ heute regionaler​ Gamedrive​ auf​ dem​ Plan​ stand,​ hatte aber​ dann​ schon​ recht​ schnell alle​ Hände voll​ zu​ tun.

Heute​ gab​ es​ die meisten​ Elefanten,​ die ich​ je an​ einem Tag​ gesehen​ habe,​ Wasserdurchfahrten und​ extrem einsame Plätze.​ Perfekt!​

 

Gefühlt​ entsprechen​ 60km​ Gamedrive​ 600​ km deutscher​ Autobahn.​

Kaputt​ aber​ glücklich!​

Habe jetzt​ kapiert,​ dass​ ich​ mein Abendessen​ besser​ im​ Hellen​ mache.​ Wenn​ im​ Dunkeln​ das​ Licht​ angeht, kommt​ hier​ die​ afrikanische​ Kampfmotte​ und​ die​ schmeckt​ mir​ nicht!​ Morgen geht​ es​ nach​ Third​ Bridge​ und​ auch​ da​ habe ich​ wieder​ einen​ Tag​ für Gamedrive. Jetzt​ noch​ das​ Zelt​ aufklappen​ und​ dann​ ganz​ gemütlich​ in​ die Nacht​ rutschen.​ 

26.12.2016 Third Bridge Camp

Tagsüber war heute eher etwas weniger zu sehen, aber na klar, bin ja bis jetzt recht verwöhnt worden.

Habe es mir am Abend an einem abgelegenen Wasserloch bequem gemacht und bin jetzt umringt von Zebras, Impalas und Gnus. Muss im 7 Uhr im Camp sein, sonst gibt es Ärger. Fahre jetzt noch zu einem Hyänenbau, die kommen Abends gerne raus.

...leider keine Hyänen, aber vielleicht kommen sie ja ins Camp!

Habe heute früh eine allein fahrende Frau getroffen. Die ist mir gestern schon entgegen gekommen, aber da wurde nur gegrüßt. Sie wollte wissen, ob sie irgendwo über den Fluß kommt, ohne nass zu werden... Einen Reifen könne sie auch nicht wechseln, aber die Marshroad ist sie gestern gefahren. Klang alles etwas irritierend, aber trotzdem verdammt tough. Bin dann lieber allein weiter!

27.12.2019  Third Bridge Camp

Heute wird es mit dem täglichen Tier fast schon etwas schwierig. Hier scheint es wohl wirklich nicht so viel zu geben wie bisher. Es gab Fahren im Nirgendwo, Wasserdurchfahrten, bei denen man ganz fest daran glauben muss, das es geht und immer wieder das klassische Jagdfieber. Bin froh, dass es morgen Richtung Kalahari geht. War aber auch mal wieder schön, im Bett zu schlafen.

28.12.2019 Audi Camp Maun 

Langsam scheinen sich die Grenzen zu verschieben.

Gerade beim Offroadfahren ist das,​ was mir am Anfang noch anspruchsvoll vorkam, fast schon zum Normalen geworden. Es macht aber immer noch verdammt viel Spaß!

Durch die vielen aktiv erarbeiteten Erlebnisse habe ich​ das Gefühl, schon wieder viel länger unterwegs zu sein.

Heute bin ich auch meinen sozialen Verpflichtungen nachgekommen, ja ich bin lernfähig, und habe einen Arbeiter von Third Bridge nach Maun mitgenommen. Wir haben zwar nicht viel geredet, aber ich glaube, er hatte auch seinen Spaß.

In Maun angekommen habe ich gleich noch Essen gebunkert und mach mir nun langsam doch Gedanken, wie ich es über die Vet Fence schmuggeln kann. Die heutige Kontrolle war recht locker, aber da mein Kühlschrank sich gestern schon wieder selbstständig gemacht hatte und ich recht lange ohne Kühlung unterwegs war, hatte ich mich von dem Rest Fleisch schon getrennt.

Das Camp hier in Maun ist sehr dicht belegt und ich freue mich um so mehr auf die Kalahari.

29.12.2019 Motopi Camp

Es​ ist​ 20.30​ Uhr​ und​ ich​ liege schon​ im​ Zelt.​

Bin​ jetzt​ am​ Anfang​ vom Nirgendwo​ und​ habe das​ erste Camp​ ohne​ Notausgang.​

Fühlt​ sich​ bis​ jetzt verdammt​ gut​ an, bin​ gespannt,​ ob​ ich​ das​ morgen​ früh​ auch​ noch​ sage.

Es gab​ heute​ zwei​ Kontrollpunkte (Vet Fence), wobei​ der​ erste​ völlig​ überraschend auftauchte,​ aber​ recht​ harmlos​ war, der​  zweite​ aber​ schon​ recht​ intensiv fragte,​ was​ ich​ zu​ Essen​ dabei​ hätte. Hab​ ihm​ dann​ meinen​ Kühlschrank​ voll Bier​ gezeigt​ und​ erklärt,​ daß das​ alles​ ist, was​ ich​ brauche.​ Es​ hat funktioniert!​

 

Abends​ gab​ es​ das​ erste​ Lagerfeuer​ und​ eine super​ 50​ cm Bratwurst.​

Habe vorher​ noch​ den​ Weg​ für​ morgen​ gesucht,​ ist​ hier​ schon etwas​ schwieriger​ als​ in​ den​ anderen​ Parks. Das​ eine Navi​ sagt​ es​ gibt​ gar nichts​ mehr,​ mein​ Locus​ sagt, es​ gibt​ einen​ Weg, man​ sieht​ ihn​ nur​ nicht immer​ sofort.​

Daher​ alles​ im​ grünen​ Bereich.

30.12.2019 Phokoje Camp

Der Tag fing mit einem lauten Brüll an. Reflexartig die Kamera klar gemacht und im Halbschlaf geschaut was los ist. Und siehe da, kam ein Leopard in 10 Meter Entfernung aus dem​ Busch und blieb erstmal stehen. Zum​ einen Leopard!!!​ und zum anderen so nah! Um​ ihn vernünftig fotografieren zu können, musste ich​ den​ Zelteingabg​ öffnen.​ Das​ Geräusch​ hat​ ihn​ kurz verschwinden​ lassen​ aber​ kurz​ darauf​ tauchte er​ an​ der​ Dusche,​ da​ wo​ ich​ am Abend​ vorher​ noch​ im​ Dunkeln​ geduscht​ hatte,​ wieder​ auf.​

OK, bin​ ab​ jetzt vorsichtiger.​

Hab​ dann​ doch​ ein​ bisschen​ gewartet​ bis​ ich​ aufgestanden​ bin und​ auch​ beim​ Frühstück​ habe ich​ lieber​ das​ Auto​ im​ Rücken​ behalten.​ War aber​ alles​ gut​ und​ die​ Reise ging​ weiter.

Nach​ 50​ km​ gab​ es​ ein​ Wasserloch wo​ ich​ Pause machen​ konnte,​ leider​ ohne​ Tiere.​ Bin​ dann​ irgendwann weitergefahren​ und,​ na​ toll, hinter​ der​ nächsten​ Kurve jede Menge​ Tiere. Gabs​ halt​ noch​ ne Pause.

Das ​ Camp​ ist​ in​ einem​ schlechten​ Zustand,​ hier​ kommt scheinbar​ keiner​ so​ oft​ hin.​

Das​ Gewitter,​ dass​ die​ ganze​ Zeit​ schon​ am Horizont​ aktiv​ war,​ kam​ auch​ noch​ auf​ mich​ zu​ und​ ich​ ​ beschloss​ abzuwarten. Im​ Auto​ bin​ ich​ sicher,​ aber​ was​ passiert​ mit​ den​ 80​ Litern​ Diesel​ auf​ dem Dach,​ wenn​ der​ Blitz​ einschlägt?​ Keine​ Ahnung,​ habe sie​ aber​ vorsichtshalber mit​ im​ Auto​ ​ verstaut.

Abends​ gab​ es​ ein​ herrliches​ Entrecote,​ diesmal wirklich​ medium​ raw, die Kühlkette​ war​ ja​ fast​ perfekt.

Brüllende Löwen​ im Hintergrund​ sind​ normal,​ schauen​ wir​ mal,​ was​ die​ Nacht​ bringt.

31.12.2019 Passarge Valley Camp

Heute gab​ es​ einen​ würdigen​ Jahresabschluss.​ Es​ sollte​ nach​ Passarge​ Valley gehen.​ Regen​ am​ Morgen​ ermöglichte​ ein​ spätes​ Aufstehen, war​ ja​ ne einfache​ Tour.

Es​ ging​ durch​ Tiefsand und​ irgendwann​ hatte​ ich​ das​ Gefühl,​ mein​ Motor​ ist​ heute​ anders​ unterwegs. Oberhalb​ von​ 2000​ RPM​ ging​ leider​ nicht​ mehr​ viel.​ Blödes​ Gefühl​ wenn​ du irgendwo​ im​ Nirgendwo​ stehst.​ Der​ Fehler​ verschwand, wenn​ ich​ den​ Motor ausschaltete,​ war​ aber​ kurz​ danach​ wieder​ da. Nach​ einigem​ hinundher überlegen,​ machte​ ich​ die Motoröltemperatur​ dafür​ verantwortlich. Die war die​ ganze​ Zeit​ schon​ recht​ hoch,​ da​ aber​ alles​ funktionierte,​ war​ das​ für​ mich in​ Ordnung.​ Nun​ denn,​ heute​ leider​ nicht​ mehr.​ Also​ so​ fahren, dass​ die Temperatur​ nicht​ in​ den​ kritischen​ Bereich​ kommt​ und​ hoffen, dass​ das funktioniert.

Dann​ kam​ wieder​ ein​ oder​ besser​ gesagt​ zwei​ Gewitter​ von​ links und​ rechts​ und​ da​ mein​ Motor​ für​ ne​ Pause bestimmt​ dankbar​ wäre, hielt​ ich an.

 

Danach​ ging​ es​ weiter,​ nur​ hatte ich​ jetzt​ mit​ jeder​ Menge​ Wasser​ zu kämpfen. Der​ Weg​ war​ mitunter​ extrem​ überflutet,​ das​ gute war​ allerdings, dass​ durch​ das​ Wasser​ mein​ Motor​ nicht​ so​ heiß​ wurde. Also​ teilweise Blindflug​ auf​ überschwemmten​ Wegen​ mit​ der​ Hoffnung,​ das​ wird​ schon​ gut​ gehen.​

Irgendwann​ passierte es​ dann​ allerdings.

Ich​ war​ einen​ einzigen Moment​ unaufmerksam​ und​ traf​ die falsche​ Entscheidung.​ Prompt​ saß ich fest.​ Die​ ersten​ Versuche​ mit​ Differentialsperre vorn​ und​ hinten​ brachten​ gar nichts.​ Also​ aussteigen​ und​ schauen​ was​ los​ ist. Hinten​ saß ich​ bis​ zur​ Feder im​ Matsch,​ konnte​ daher​ nur​ versuchen,​ das​ Auto​ vorn​ anzuheben, botswanische Sandbleche​ unterzulegen​ und​ es​ so​ zu​ schaffen. Brachte​ leider auch​ nichts. Normalerweise​ nutzt​ du​ in​ so​ einer​ Situation​ die​ Winde,​ aber​ der nächste​ feste Baum​ war​ fast​ 40​ Meter​ entfernt. Leider​ zu​ weit!​ In erreichbarer​ Nähe gab​ es​ nur​ einige Sträucher.​ Ich​ hatte eh​ keine andere​ Wahl.​ Bergegurt​ um​ den größten​ Strauch​ gelegt, Windenseil​ eingehangen​ und​ dann​ mit​ viel​ Gefühl gewincht.​

Als​ der​ Strauch​ hielt​ war​ ich​ verdammt​ froh!​

Danach​ mit voller​ Konzentration​ durch​ noch​ jede Menge überschwemmtes​ Land, aber jetzt​ hatte ich​ meine meine​ Hausaufgaben​ ja​ gemacht.​

Die​ Einfahrt​ zum​ Camp war​ leicht​ zu​ finden​ und​ das​ Camp​ selber​ ist​ sehr​ schön.​ Bäume für​ den Schatten,​ genug​ Fläche​ um​ den​ Überblick​ zu​ behalten​ und​ die​ Dusche war auch​ in​ gutem​ Zustand.

Nachdem​ ich​ wusste,​ dass​ es​ ein​ schöner​ Abend​ wird, bin​ ich​ noch​ ein​ paar​ Kilometer​ Gamedrive gefahren​ und​ hab​ dabei​ auch​ noch Holz​ für​ das​ Silvesterfeuer​ gesammelt.​ Zum​ Abendbrot​ gab​ es​ natürlich Würstchen​ mit​ (nein,​ Kartoffelsalat​ mag​ ich​ nicht)​ Rührei. Bei​ Lagerfeuer​ und Star​ Wars​ 7​ ist​ für​ mich​ das​ Jahr​ 2019​ zu​ Ende gegangen.​ Leider​ fehlten​ mir bei​ Star​ Wars​ die letzten​ 15​ Minuten. Aber​ immerhin,​ bin​ soweit​ gekommen wie​ noch​ nie!

01.01.2020 Letiahau Camp

Der Tag war recht übersichtlich.

Die​ größte​ Herausforderung​ war, den​ Motor nicht​ über​ 2000​ rpm​ zu​ bringen​ und​ trotzdem​ überall​ durchzukommen.​ Ich glaube,​ der​ Motor​ ist​ in​ Ordnung,​ nur​ der​ Sensor​ für​ die Temperatur​ spinnt. Da​ auf​ Grund​ seiner​ falschen​ Meldungen​ das​ Steuergerät​ annimmt,​ das​ der Motor​ zu​ heiß​ ist,​ geht​ es​ in​ das​ Notlaufprogramm. Das​ kann​ man​ nicht reparieren,​ nur​ austauschen.​ Und​ wie​ es​ der​ Zufall​ so​ will,​ ausgerechnet diesen​ Sensor​ habe ich​ nicht​ dabei.

Hab​ dann​ angefangen​ Erdhörnchen​ zu​ filmen​ und​ Schmetterlinge zu​ jagen.

Auch​ kleine​ Tiere​ können​ glücklich​ machen.

Gegen​ Mittag​ gab​ es​ einen​ Sandsturm. Es​ sah​ erst​ aus​ wie eine Regenwand, war​ dann​ aber​ doch​ wesentlich​ mehr​ Sand​ als​ Regen.​ Hatte ich​ so​ auch​ noch nicht.​ Die​ Sicht​ war​ streckenweise runter​ bis​ auf​ 0,​ ging​ aber​ alles​ gut.

Das​ heutige Camp​ ist​ das​ auf​ meiner​ Tour​ am​ weitesten​ von​ der​ Zivilisation entfernte. Ab​ morgen​ geht​ langsam​ wieder​ zurück.

Zum​ Abendbrot​ gab​ es​ das​ letzte​ Steak, musste​ es​ allerdings​ wieder​ gegen​ die afrikanische Kampfmotte​ verteidigen.

Hoffe, dass​ es​ heute​ Nacht​ nicht​ noch​ mehr​ regnet, denn​ dann​ könnte​ ein​ Teil der​ morgigen​ Strecke interessant​ werden.

Und​ prompt​ fängt​ es​ an​ zu​ regnen...

02.01.2020 Kori Camp

Ein​ wunderschöner​ letzter​ Kalaharitag​ geht​ zu​ Ende. Es​ hat​ zwar​ die ganze Nacht​ geregnet,​ aber​ es​ war​ nicht​ so​ viel,​ dass​ die Wege​ aufgeweicht​ sind.

Daher​ war​ ganz​ entspanntes​ Cruisen​ angesagt.

Hab mir​ in​ den​ letzten​ Tagen​ angewöhnt,​ bei​ solchen​ einfachen​ Passagen​ Musik​ zu hören.​ Am​ besten​ finde ich​ „Safe​ in​ the Steep​ Cliffs“​ von​ Emancipator.​ Da passt​ alles!​

Und​ als​ ich​ da​ so​ vor​ mich​ hin​ fuhr, lagen​ 5​ Meter​ neben​ mir​ 3 Löwen​ unter​ einem​ Baum. Zu​ faul​ um​ sich​ auch​ nur​ irgendwie​ zu​ bewegen, nur​ mal​ kurz​ den​ Kopf​ heben​ und​ dann​ weiterdösen. Genial!​

 

Es​ gab​ heute keine​ riesigen​ Erlebnisse, aber​ es​ gibt​ so​ Tage,​ da​ passt​ einfach​ alles​ perfekt zusammen​ und​ mehr​ braucht​ es​ dann​ auch​ nicht.

Gegen​ 16​ Uhr​ hatte​ ich​ mein​ Camp​ erreicht​ und​ hab erst​ mal​ die Seele baumeln lassen.​ Dann​ war​ Zeit​ für​ Kaffe​ und​ Kuchen​ und​ ich​ hab​ mir​ noch​ angeschaut, wo​ ich​ eine Abendrunde​ drehen​ kann.​ Mein​ Camp​ hat​ die Nummer​ 04​ und​ als ich​ da​ so​ saß kamen​ einer​ nach​ dem​ anderen​ die Leute für​ Camp​ 01​ bis​ 03 vorbei. Es​ wird​ immer​ nett​ gegrüßt, manchmal​ kurz​ gequatscht, es​ ist​ super angenehm​ Leute​ zu​ treffen, die​ einfach​ nur​ genauso​ ticken.​

In​ den​ anderen Parks​ war​ es​ nicht​ immer​ so,​ scheinbar​ sind​ Kalahari​ Reisende noch​ mal anders.

Gegen​ 17​ Uhr​ bin​ ich​ dann​ noch​ mal​ los​ und​ und​ hab​ ca​ 15​ km​ vom Camp​ entfernt​ den​ Motor​ ausgemacht​ und​ Tiere​ beobachtet.

Wie​ gesagt, heute war​ so​ ein​ Tag, wo​ ich​ mir​ sogar​ Impalas​ anschauen​ konnte und​ es passte.

Kurz​ vor​ 19​ Uhr​ bin​ ich​ dann​ zurück,​ und​ da​ war​ er​ dann​ da, der​ Ritt in​ den​ Sonnenuntergang!​

Das​ war​ so​ schön,​ dass​ ich​ fast​ schon​ Pipi​ in​ den Augen​ hatte.​ Fast!

Im​ Camp​ natürlich​ noch​ ein​ Feuer​ gemacht, allerdings​ war​ nur​ Akazienholz greifbar.

Also​ tapfer​ in​ die Stacheln​ gegriffen, immer​ wieder​ faszinierend, dass​ die Giraffen​ das​ Zeug​ einfach​ so​ fressen.

Zu​ allem​ Überfluss​ gibt​ es​ heut​ auch​ noch​ Sternenhimmel,​

es​ gibt​ sie schon noch,​ die perfekten​ Tage!

03.01.20120 Khumaga Camp

Heute haben​ sie noch​ einmal​ Auf​ Wiedersehen​ gesagt!​

Es​ waren​ alle da, Giraffen,​ Hippos​ und​ Elefanten.

Die​ letzte Abendrunde​ führte an​ einem teilweise ausgetrockneten​ Flußbett​ entlang.​ Schon​ bei​ der​ Anfahrt​ zum Camp machte​ ich mir​ Gedanken,​ wie ich​ über​ den​ Fluß kommen​ sollte.

Die Info​ war,​ Fähre, ausgetrocknet​ oder​ eventuell​ doch​ zu​ matschig...​

War​ aber​ ausgetrocknet​ und daher​ kein​ Problem.

Der​ Transit​ von​ der​ Kalahari​ war​ etwas​ ermüdend, wach​ machte dann​ aber der​ Tankstopp​ in​ Rakop, wo​ ich​ mit​ einem​ mal​ wieder​ in​ der​ Zivilisation gelandet​ war. Zum​ Glück​ nur​ ganz​ kurz,​ denn​ nach​ etwas​ A3, verrückt​ dass​ es die​ hier​ auch​ gibt,​ ging​ es​ über​ den​ besagten​ Fluss​ (Boteti​ River)​ direkt wieder​ in​ den​ nächsten​ Park.​

 

Kurzen​ Plan​ für​ die​ Abendrunde erstellt,​ etwas vor​ mich​ hin​ gedöst​ und​ los​ gings.​

Erst​ Standard,​ dann​ aber​ mit​ jedem​ Meter interessanter.

Wie​ gesagt,​ sie waren​ alle da.

Heute gab​ es​ auch​ noch​ zwei Warane,​ wusste​ gar​ nicht, daß es​ die hier​ auch​ gibt.

Mit​ dem​ letzten​ Sonnenstrahl​ noch​ ins​ Camp​ gerutscht,​ Essen​ gemacht, und​ schon​ ist​ auch​ dieser​ Tag​ um.

04.01.2020 Thamalakane River Lodge Maun

Heute ging es vom Camp noch einmal durch Tiefsand zum Phuduhudu Gate.

Kein Scherz.

Dann A3 zum Nxai Gate und nochmal rein ins Vergnügen. Erstmal nur Tiefsand, dann aber doch wieder Elefanten, Strausse und alles andere.

Ziel war ja Baines Baobab, kurz vorher stand dann aber doch noch mal ne etwas größere Wasserdurchfahrt an.

Im ersten Moment, bin doch nicht verrückt, im zweiten, könnte ja vielleicht doch gehen. Also los und siehe da, es war machbar.

Kurz danach stand ich auch wirklich vor verdammt großen Baobabbäumen. Keine Ahnung, ob die auf Madagasgar größer waren, sie waren auf jeden Fall cool.

 

Und wenn man dann schon mal fast ganz am Ende ist,​ schauen wir doch mal, ob es nicht doch noch weiter geht. Bin dann noch eine Weile den Spuren im Sand gefolgt...

Irgendwann sagte die Uhr, Zeit umzukehren.

Gleiche Strecke zurück, nur warum sollte ich der Route der Dame vom Gate folgen.

Es gab ja noch Alternativen.

War zwar nicht wirklich einfacher, aber es war meine Route.

Irgendwann zurück am Gate und dann stur A3 bis Maun.

 

Vom letzten Mal kannte ich noch einen Platz für Souvenirs​ und hab da noch zwei Masken gekauft.

Dann weiter zur Lodge und Eintauchen im der Zivilisation. 

Das Essen war so lala, den Wein musste ich schon wegen des Namens nehmen.

Bekomme jetzt langsam Bettschwere.

05.01.2020 Maun / Frankfurt

Jetzt geht's in den Flieger nach Frankfurt. Heute war reiner Transfertag.

Morgens noch das Auto klar gemacht, es gab ein richtiges Frühstück und eine nette Verabschiedung.

Die Leute waren echt gut drauf.

Die Übergabe vom Auto am Flughafen war auch problemlos.

Hab mir vorher noch Gedanken gemacht, da es hieß "auf dem Parkplatz" und da gab es einige.

Aber wie immer hat es sich ganz einfach erledigt.

Morgen früh den Defender wiederfinden und dann A3...

Vielen Dank an Vincent von Tawana Self Drive, der mir die Route zusammengestellt und

das Auto organisiert hat, 

an Jule, die mich dazu gebracht hat, dies alles aufzuschreiben

und an alle anderen, die es mir ermöglichen, so schöne Reisen zu machen!